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Unternehmensberichte 2015

Henkel Unternehmensberichte 2015

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Nachhaltigkeitsbericht 2015

Nachhaltigkeit messen

1992 veröffentlichte unser Unternehmen erstmals einen Umweltbericht über die Leistungen, Produktverbesserungen und Fortschritte im Bereich des Umweltschutzes an unseren Produktionsstandorten. Daraus entwickelte Henkel eine jährliche Berichterstattung über die wesentlichen Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens.

So haben wir für das Jahr 2015 Daten von 170 Standorten erfasst; dies entspricht 100 Prozent unserer weltweiten Produktionsmenge. Unseren Fußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg bewerten wir mithilfe von repräsentativen Lebenszyklusanalysen, die rund 70 Prozent unseres Umsatzes über alle Produktkategorien hinweg abdecken, sowie Daten zu den von uns eingesetzten Rohstoffen, Verpackungsmaterialien und den beauftragten Transporten. Auf Grundlage dieser Erfahrungen entwickeln wir derzeit unsere Bewertungs- und Messsysteme weiter, um unsere Fortschritte hin zum 20-Jahres-Ziel für 2030 integriert über das gesamte Unternehmen und unsere Wertschöpfungskette hinweg bewerten zu können.

2015 lag unser Schwerpunkt auf der kontinuierlichen Verbesserung der Datengrundlagen für die von uns eingesetzten Rohstoffe und Verpackungsmaterialien, der Aktualisierung der Emissionsfaktoren für die Energieverbräuche unserer weltweiten Standorte und der Weiterentwicklung unserer Berechnungsmodelle für Logistikemissionen.

Prozess zur Definition unserer Ziele bis 2020: Entwicklung unserer Ziele und Handlungsschwerpunkte

Unter der Leitung des Sustainability Council haben wir in Arbeitsgruppen Trends, Entwicklungen sowie die Erwartungen unserer Stakeholder bewertet und unseren Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette analysiert. Im nächsten Schritt haben wir die zentralen Themen identifiziert, durch die wir mehr Wert für unsere Kunden und Verbraucher, unser gesellschaftliches Umfeld und unser Unternehmen bei einem reduzierten Fußabdruck schaffen können. Auf dieser Grundlage haben wir daraufhin definiert, wie wir bis 2020 zu unserem langfristigen Ziel „Faktor 3“ beitragen und Nachhaltigkeit entlang unserer Wertschöpfungskette vorantreiben wollen.

Prozess Definition Ziele 2020

Zentrale Themen und Verbesserungsmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette im Überblick

Analyse unseres Einflusses entlang der Wertschöpfungskette: von der Messung der eigenen Produktion bis zur ganzheitlichen Quantifizierung

Wertschöpfungskette

Nachhaltigkeitsbewertung im Henkel-Innovationsprozess

Die Henkel-Fokusfelder sind seit 2008 systematisch in unserem Innovationsprozess verankert. Das heißt, unsere Forscher müssen an einem bestimmten Punkt aufzeigen, welche konkreten Vorteile ihr Projekt in Bezug auf Produktleistung, Mehrwert für die Kunden und Verbraucher sowie gesellschaftlichen und sozialen Nutzen bietet („mehr Wert“). Zudem müssen sie darlegen, wie es zu einem geringeren Ressourcenverbrauch beiträgt („geringerer ökologischer Fußabdruck“). Bei der Bewertung der Beiträge hilft ihnen unter anderem der „Henkel-Sustainability#Master®“.

Nachhaltigkeitsbewertung im Henkel-Innovationsprozess

Fortschritte messen, bewerten und steuern

Um die Dimensionen „Wert“ und „Fußabdruck“ zu optimieren, arbeitet Henkel mit verschiedenen Mess- und Bewertungsmethoden. Mit diesen lassen sich die Maßnahmen identifizieren, die entlang der Wertschöpfungskette den größten Einfluss haben. Über unser gesamtes Portfolio betrachtet sind beim Wasser- und CO2-Fußabdruck insbesondere Verbesserungen bei den eingesetzten Rohstoffen und der Anwendungsphase entscheidend.

Die verschiedenen Instrumente werden im „Henkel-Sustainability#Master®“ zusammengefasst. Das zentrale Element ist eine Matrix, mit der sowohl Änderungen in der Dimension „Wert“ als auch beim „Fußabdruck“ bewertet werden können. Die Ergebnisse nutzen wir, um Innovationen mit einer verbesserten Nachhaltigkeitsbilanz zu entwickeln. Denn nur die Betrachtung des Gesamtsystems stellt sicher, dass die getroffenen Maßnahmen zu einem insgesamt verbesserten Nachhaltigkeitsprofil unserer Produkte führen.

Entsprechend unserem Anspruch, dass jedes neue Produkt einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet, bewerten wir unsere Produkte systematisch in unserem Innovationsprozess. Um die Optimierung unserer Produkte während ihrer Entwicklung zu erleichtern, integrieren wir die ökologischen Profile möglicher Rohstoffe und Verpackungsmaterialien in die Informationssysteme unserer Produkt- und Verpackungsentwicklung. So kann bereits in der Entwicklungsphase der Fußabdruck einer neuen Rezeptur berechnet werden.

Henkel-Sustainability#Master® – Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten und Prozessen


Video: Der Henkel Sustainability#Master (Nur auf Englisch verfügbar)

Im „Henkel-Sustainability#Master®“ laufen verschiedene Instrumente zum Messen von Nachhaltigkeit zusammen. Das Herzstück dieses Bewertungssystems ist eine Matrix, die auf den einzelnen Schritten der Wertschöpfungskette sowie auf unseren sechs Fokusfeldern basiert. Ziel ist es, den Wert eines Produkts zu steigern und möglichst gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Für jede Produktkategorie können auf Basis von wissenschaftlichen Messmethoden sogenannte Hotspots identifiziert werden. Das sind die Felder mit der größten Nachhaltigkeitsrelevanz – das gilt sowohl für die Dimension „Wert“ als auch für den „Fußabdruck“. Mithilfe der definierten Hotspots kann auch das Nachhaltigkeitsprofil zweier Produkte oder Prozesse verglichen werden. So kann für jede Produktkategorie ein eigenes Nachhaltigkeitsprofil erstellt werden. Die Forscher von Henkel nutzen diese Erkenntnisse für Innovationen und kontinuierliche Produktverbesserungen.

Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten und Prozessen

Verbesserung auf Basis von Lebenszyklusanalysen

Eine nachhaltige Entwicklung braucht System. Mithilfe von Lebenszyklusanalysen und langjährigem Wissen um das Thema Nachhaltigkeit analysieren unsere Fachleute den gesamten Lebensweg unserer Produkte. Denn nur die Betrachtung des Gesamtsystems stellt sicher, dass die getroffenen Maßnahmen zu einem insgesamt verbesserten Nachhaltigkeitsprofil unserer Produkte führen. So bewerten wir bereits während der Produktentwicklung, in welcher Phase des Produktlebenswegs welche Umweltauswirkungen in welcher Höhe anfallen. Aufbauend auf den Ergebnissen, können wir Maßnahmen dort ansetzen, wo die Auswirkungen besonders relevant sind und Verbesserungen effizient umgesetzt werden können.

Zur Erstellung von Lebenszyklusanalysen verwenden wir eigene Primärdaten sowie Daten unserer Partner entlang der Lieferkette. Sollten diese nicht verfügbar sein, greifen wir auf Sekundärdaten aus bestehenden Datenbanken für Lebenszyklusanalysen, Durchschnittswerte und Emissionsfaktoren zurück. Zur Weiterentwicklung der Messmethoden und Kennzahlen arbeiten wir gemeinsam mit externen Partnern an Themen wie dem CO2- und Wasser-„Fußabdruck“ für Produkte. Und wir engagieren uns bei internationalen Initiativen wie dem „Sustainability Consortium“ oder der „Measurement Group“ des „Consumer Goods Forum“.

Ansätze für relevante Verbesserungen

Die Betrachtung der Lebenszyklusanalysen unserer verschiedenen Produktkategorien zeigt, dass die Auswirkungen auf die Umwelt oft an ganz unterschiedlichen Stellen im Lebensweg eines Produkts anfallen – dementsprechend sehen auch geeignete Verbesserungen sehr unterschiedlich aus. Zum Beispiel wird durch Lebenszyklusanalysen des maschinellen Waschens oder Geschirrspülens deutlich, dass hier der Hauptenergiebedarf – und damit die meisten Kohlendioxid-Emissionen – während der Anwendungsphase durch die Benutzung der Wasch- beziehungsweise der Spülmaschine entstehen. In diesen Fällen arbeiten wir an der Optimierung unserer Produkte in Bezug auf energie- und wassersparende Anwendung. Andere Produktkategorien dagegen erfordern die Erhöhung der Ressourceneffizienz unserer eigenen Prozesse. Ansatzpunkte für die Verbesserung des Umweltprofils unserer Produkte bieten auch der sinnvolle Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, die Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit oder die Reduktion und Verbesserung des Verpackungsmaterials.

Kohlendioxid-Fußabdruck von Produkten

Um die Bedeutung einzelner Produkte für den Klimaschutz zu messen, wird weltweit mit der Erhebung von sogenannten Kohlendioxid-Fußabdrücken von Produkten (englisch: Product Carbon Footprints) experimentiert. Im Gegensatz zu einer vollständigen Lebenszyklusanalyse werden hier nur die klimarelevanten Treibhausgas-Emissionen erfasst, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Produkts anfallen – also vom Bezug der Rohstoffe über Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Allerdings gibt es noch keine standardisierte Methode, um den Kohlendioxid-Fußabdruck eines Produkts zu bestimmen. Um eine belastbare und international einheitliche Methode zur Ermittlung von Kohlendioxid-Fußabdrücken voranzutreiben, beteiligt sich Henkel in den USA und Deutschland an entsprechenden Pilotprojekten. Seit Anfang 2011 beteiligen wir uns zum Beispiel an einem Projekt der EU-Kommission zur Etablierung einer einheitlichen Methodik zur Berechnung ökologischer Fußabdrücke für Organisationen und Produkte. Für den Bereich „Produkte“ wurde eine Fallstudie zu Somat 10 ausgewählt. PCF-Projekt

Forschungsschwerpunkt unserer Kooperation mit der Arizona State University in Phoenix, USA, sind die Umweltauswirkungen des Wäschewaschens unter Berücksichtigung der speziellen Bedingungen in amerikanischen Haushalten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse legen dar, wie Verbraucher durch den Einsatz effizienter Waschmaschinen, Trockner und Waschmittel sowie durch Änderungen ihres Verhaltens zur Ressourcenschonung beim Waschen beitragen können.

Als Projektpartner im „Product Carbon Footprint Projekt Deutschland“ haben wir die CO2-Bilanz verschiedener Henkel-Produkte berechnet. Erfahrungen aus diesem Projekt haben wir auch in den DIN-Arbeitskreis zur Entwicklung eines internationalen ISO-Standards (ISO 14.067) eingebracht.

Wasser-Fußabdruck von Produkten

Die Wasserressourcen der Erde sind ungleich verteilt und durch zunehmende Verschmutzung und Übernutzung bedroht. Für uns ist es daher ein wichtiges Ziel, den Wasserverbrauch während Produktion und Anwendung unserer Produkte zu reduzieren. Um auch hier geeignete Ansatzpunkte für Verbesserungen zu ermitteln, beteiligen wir uns an der Entwicklung von Methoden zum sogenannten Water Footprinting. Zum Beispiel untersuchten wir 2010 gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich die Auswirkungen des Wasserbedarfs unserer Waschmittelproduktion an unseren Standorten in der Region Naher Osten/Nordafrika. Im Zentrum stand dabei die Betrachtung der unterschiedlichen Wasserbedarfe für die Produktion von Pulver- und Flüssigwaschmitteln unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten wie Wasserverfügbarkeit, -knappheit und -qualität. Unsere Erfahrungen aus solchen Pilotprojekten bringen wir in die Diskussion zur Entwicklung eines internationalen ISO-Standards (ISO 14.046) für einen „Wasser-Fußabdruck“ ein.